Der neue Audi S4 im Technik-Review

Wenn bei Audi etwas mit dem Buchstaben „S“ anfängt, hat für gewöhnlich mit jeder Menge Spaß und Sportlichkeit zu tun. So ist es auch beim neuen S4 – dem Top-Modell der A4-Baureihe. Schon die Leistungsdaten sind vielversprechend: 354 PS, von null auf hundert in unter fünf Sekunden und ein Drehmoment von 500 Newtonmeter. Nach der Weltpremiere auf der letztjährigen IAA in Frankfurt hat der neue S4 es nun endlich von der Showbühne auf die Straße geschafft. Was der Ingolstädter kann und was drin steckt, zeigen wir im folgenden Technik-Review.

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Ein Sportler im Muskelshirt, der seinen athletischen Körper zur Show stellt – von dieser Sorte ist der Audi S4 nicht. Der auf der letztjährigen IAA vorgestellte S4 setzt lieber ganz auf Understatement (wir berichteten). Dabei verzichtet er auf alles was zu dick aufträgt. Teile wie Schürze, Schweller, Felgen, Auspuff-Endrohre fügen sich zurückhaltend in das perfekte Design ein. Neben der S4-Bezeichnung im Singleframe-Grill und am Heckdeckel deuten nur Details auf die Top-Version der A4-Baureihe hin. Alles wirkt sehr elegant und durchgestylt wie ein perfekt sitzender Designeranzug aus Blech.

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Der 3.0 TFSI-Motor des neuen S4 wurde grundlegend überarbeitet. Statt der im Vorgänger verwendeten Kompressor-Aufladung kommt in der aktuellen Generation des S4 nun ein effizienterer Abgasturbolader zum Einsatz. Ergebnis sind ein um 60 Newtonmeter erhöhtes Drehmoment sowie ein Leistungsplus von 21 PS sowie eine bessere Anfahrperformance. Durch einen ebenfalls neu konstruierten Zylinderkopf mit integriertem Abgaskrümmer  und einer Gewichtsreduzierung konnten die Entwicklungsingenieure den Kraftstoffverbrauch senken. Dieser liegt nun im NEFZ bei 7,3 Litern auf 100 Kilometern. Die 100 km/h-Marke erreicht der S4 in 4,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist – wie bei Audi üblich – bei 250 km/h elektronisch abgeriegelt.DSC_2307

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Für die Kraftübertragung sorgt ein 8-stufiges Automatikgetriebe. Es kommt mit dem hohen Drehmoment  von bis zu 500 Newtonmetern zurecht, weshalb kein Direktschaltgetriebe (DSG) beim S4 zum Einsatz kam.  Zudem besitzt eine Wandlerautomatik bessere Eigenschaften beim sportlichen Anfahren. Eine manuelle Gangwahl ist über Schaltwippen am Lenkrad möglich.

Die elektromechanische Servolenkung  arbeitet äußerst direkt und gibt dem Fahrer eine gute Rückmeldung. Optional ist eine geschwindigkeitsabhängige Dynamiklenkung verfügbar, deren Übersetzung  dem gefahrenen Tempo variiert. Das Fahrwerk selbst ist sportliches straff aber keinesfalls unkomfortabel abgestimmt. Im Vergleich zum Basis A4 liegt der S4 um 23 Millimeter tiefer. Die optionale Dämpferregelung lässt sich über die drive-select-Taste in der Mittelkonsole anpassen. Über die Auswahl der Fahrprogramme verstellt sich die Härte der Dämpfer. Ebenso abhängig vom angewählten Fahrmodi sind Lenkung, Gasannahme, die Schaltcharakteristik des Automatikgetriebes sowie die Klappensteuerung der Sportauspuffanlage.

Um die sportlichen Fahreigenschaften zu unterstreichen, ist der permanente Allradantrieb etwas hecklastig ausgelegt. Das Verhältnis der Antriebsübertragung liegt bei 40 Prozent auf der Vorder- und 60 Prozent auf der Hinterachse, welches durch ein mechanisches Mitteldifferential verteilt wird. Tritt an einer Achse Schlupf auf, können die Regelsysteme die Momentenverteilung bedarfsgerecht verlagern. So kann die Benötigte Verteilung der Antriebskraft auf Vorder- bzw. Hinterachse auf bis zu 85 Prozent erhöht werden. Eine radselektive Momentensteuerung  ermöglicht zudem durch gezielte Bremseingriffe einzelner Räder ein dynamischeres Einlenkverhalten. Die Softwarefunktion sorgt so für mehr Agilität und Präzision in Kurvenfahrten. Für noch mehr Dynamik bietet Audi optional ein Sportdifferential an. In schnellen Kurven verteilt das Torque Vectoring mit zwei Überlagerungsstufen die Momente an der Hinterachse je nach Bedarf stufenlos zwischen den Rädern. Diese sind im übrigen 18 Zoll groß. Optional sind auch 19 Zoll erhältlich.

DSC_2333Innen gibt sich der neue S4 wie die anderen A4-Modellen besonders hochwertig. Die Haptik der Schalter und Bedienelemente sowie der verwendeten Materialien sind hochwertig und die Verarbeitungsqualität auf einem Spitzenniveau. Selbiges gilt für das Infotainmentsystem. Die Menüstruktur des MMI Bediensystem ist logisch aufgebaut und lässt sich intuitiv über ein Dreh-Drück-Steller  vor der Automatikwählschalter steuern. Über das integrierte Touchpad der Dreh-Drück-Steller lassen sich Zeichen eingeben oder in der Navigationsansicht zoomen. Des Weiteren gibt es eine Sprachsteuerung, die über einen Schalter am Multifunktionslenkrad aktiviert wird.

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Einschränkungen was das Platzangebot betrifft, gibt es beim S4 im Vergleich zum normalen A4 nicht. Die Vordersitze bieten auch für großgewachsene Fahrer ausreichend Platz. Und auch auf der Rückbank reist es sich bequem. Der Kofferraum der Limousine besitzt ein Fassungsvermögen von 480 Liter. Wer mehr Platz und eine höhere Variabilität benötigt, greift besser zum S4 Avant. In den Kofferraum der Kombi-Version passen 505 und bei komplett umgelegter Rücksitzbank sogar 1.510 Liter.

Bildauthor Alexander Schraufstetter, alex@schraufstetter.de, Urheberrechtlich geschütztes Bildmaterial, all rights reserved,

Die Preise der S4 Limousine zum Marktstart ab der Zweiten Jahreshälfte 2016 beginnen bei 59.300 Euro. Zur Serienausstattung gehören unter anderem Voll-LED-Scheinwerfer, dynamisches Blinklicht. Optional sind unter anderem noch Matrix-LED-Scheinwerfer, S-Sportsitze mit pneumatischer Massagefunktion, das volldigitale Kombiinstrument Virtual Cockpit, sowie ein Head-Up-Display verfügbar. Weitere Details und Fahreindrücke zum S4 Avant finden Sie in einem ausführlichen Fahrbericht auf Automobil-Blog.de.

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Fotos und Illustrationen: AUDI, Marcus Werner (RIGHTLIGHT MEDIA GmbH), Daniel Przygoda

Über Daniel Przygoda (23 Artikel)
Wirtschaftsingenieur (B.Sc.) und seit 2015 Redakteur bei Automotive-Technology.de und Automobil-Blog.de. Seit 2006 für Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer tätig - erst im CAR-Institut (Center Automotive Research) der Universität Duisburg-Essen, nun bei D+S Automotive GmbH. Projektbeteiligungen u.a. am CAR-Symposium, CAR-connects, RUHRAUTOe, Automechanika Frankfurt, Ruhr-Symposium. Mitarbeit an verschiedenen Studien und Forschungsarbeiten in den Bereichen Automobilvertrieb und Elektromobilität. Von 2001 bis 2006 bei der Adam Opel AG am Produktionsstandort Bochum tätig. Während dieser Zeit Ausbildung zum Mechatroniker, danach Produktionsmitarbeiter in der Fahrzeugfertigung.

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