Bosch-Konzeptfahrzeug auf der „re:publica“: Der Zulieferer macht das vernetzte Auto zum persönlichen Assistenten

Zur Medien-Messe „re:publica“ hat Bosch ein neues Konzeptfahrzeug vorgestellt, das zeigen soll, wie der Innenraum künftiger automatisiert fahrender Auos aussehen kann und wie Auto und Fahrer schon bald miteinander kommunizieren können.

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Hochautomatisiertes Fahren auf der Autobahn wird nicht nur die Sicherheit und die Effizienz wesentlich steigern. Der Fahrer kann künftig während der Fahrt beispielsweise mit Freunden, der Familie oder Kollegen kommunizieren, auch per Videokonferenz. „Neben den eigenen vier Wänden oder dem Büro wird das Auto damit zum dritten Lebensraum und persönlichen Assistenten“, so der der Bosch-Vorsitzende Dr. Volkmar Denner. Die re:publica findet 2016 bereits zum zehnten Mal statt und bietet eine Diskussionsplattform zu den vielfältigen Themen der digitalen Gesellschaft.

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Die Mensch-Maschine-Schnittstelle des Konzeptautos folgt einem ganzheitlichen Ansatz. Der Fahrer hat dadurch nur noch eine Schnittstelle, die abhängig von der Situation genau die Form der Interaktion nutzt, die für die Informationsweitergabe am sinnvollsten ist. Für die Umsetzung wurden die heute noch üblichen Front- und Mittelkonsolen durch großflächige Displays ersetzt, die alle Informationen flexibel und situationsgerecht darstellen können. Eine umfassende Innenraumbeleuchtung ergänzt das Anzeigekonzept. Die dargestellte Farbe passt sich einerseits den Vorlieben des Fahrers an, warnt aber auch vor Gefahren: Droht ein Fußgänger oder Radfahrer die Fahrbahn zu kreuzen, lenkt die Innenraumbeleuchtung durch schnelles Blinken links oder rechts die Aufmerksamkeit des Fahrers auf die entsprechende Seite. Diese Ambientlight-Funktion ergänzt damit die umfangreiche Ausstattung des Fahrzeugs mit Sicherheitsfunktionen wie der Spurhalteunterstützung sowie Notbrems- und Stauassistenten.

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Im Bosch Konzeptfahrzeug hat der Fahrer Zugriff auf Verkehrs- und Wetterinformationen in Echtzeit aus der Cloud, auf Social-Media- und Kommunikationsanwendungen. Damit die Nutzung dieser Funktionen nicht zum Verkehrsrisiko wird, ist sie nur während des automatisierten Fahrens möglich. Auf die sichere und reibungslose Übergabe dieser Verantwortung vom Fahrer an das Auto und zurück haben die Bosch-Entwickler besonderes Augenmerk gelegt: Im ersten Schritt wird dem Fahrer angezeigt, dass hochautomatisiertes Fahren möglich ist. Legt er nun für drei Sekunden seine Daumen an definierte Kontaktflächen links und rechts am Lenkrad, übernimmt das Auto. Die Rücknahme erfolgt auf die gleiche Weise, wenn der Fahrer wieder selbst fahren möchte oder die Autobahnausfahrt naht.

Beim automatisierten Fahren spielt das flexible Anzeigekonzept seine Stärken aus. Bilder einer Videokonferenz, Emails oder Mediaplayer stehen dann im Fokus und lassen sich mit einfachen Wischgesten nahtlos zwischen den verschiedenen Displays hin- und herschieben. Lernfähige Algorithmen passen die Inhalte an die Gewohnheiten und Situationen an. Präferenzen wie Sitz- und Spiegeleinstellungen oder individuelle Radiosender lassen sich natürlich ebenfalls speichern. Per Fingerabdruck identifiziert sich der Fahrer und kann das Auto starten, während die individuellen Einstellungen aus dem Speicher übernommen werden.

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Über das Internet der Dinge kann sich das Fahrzeug auch mit anderen Domänen verbinden, zum Beispiel dem eigenen Haus. Wenn dort jemand klingelt, schaltet sich das Auto in die Gegensprechanlage. Per Fingerabdrucksensor kann von der Autobahn aus sogar die Tür geöffnet werden – zum Beispiel für einen Paketboten, der dann in einen Schleusenbereich vorgelassen wird. Der Empfang des Pakets kann ebenfalls per Fingerabdruck bestätigt werden. Auch hier ist automatisiertes Fahren Voraussetzung.

Wird schließlich das Zuhause erreicht, verbindet sich das Auto erneut mit dessen Sicherheitssystem. So kann der Fahrer vor der Fahrt auf sein Grundstück einerseits die Bilder der Außenkameras seines Zuhauses abrufen, sich aber auch sein direktes Fahrzeugumfeld über die bordeigenen Kameras ansehen. Dies verhindert, dass sich unerwünschte Personen hinter dem Auto mit auf das Grundstück schleichen. Insbesondere in Ländern mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis sind das attraktive Features. Und sind die Passagiere schließlich ausgestiegen, fährt das Auto ganz allein in die Garage – bereit zur nächsten Fahrt.

Das Demofahrzeug, das auf der re:publica 2016 gezeigt wird, ist in Kooperation mit dem Prototypentwickler EDAG entstanden. Die Außenhaut besteht aus 3D-Druck-Modulen in Leichtbauweise.

[Bilder: Bosch]

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