Die Tracktools der Zukunft werden mit Hybrid-Antrieb fahren

Ob sich Sportfahrer damit abfinden wollen oder nicht, aber so in etwa werden Tracktools, für den Rennstrecken-Einsatz optimierte Straßenfahrzeuge, wohl in der nahen Zukunft aussehen: Infiniti zeigt die Studie eines Sportwagens mit Hybrid-Antriebsstrang und 571 System-PS.

Der neue Tracktool-Prototyp mit Doppel-Hybrid-System knüpft dabei nahtlos an die Infiniti Designstudie des Projekt Black S, die erstmals am Genfer Autosalon im vergangenen Jahr gezeigt wurde. Das Fahrzeug verstärkt damit das klare Bekenntnis der Marke zu seiner Entwicklungsstrategie, zukünftig auf performanceorientierte elektrifizierte Antriebe zu setzen. Dabei kann Infiniti auf das Technik Know-how der gesamten Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz zurückgreifen.

Das Project Black S kombiniert eine neue Hochleistungs-Doppel-Hybrid-Technologie, die mit dem preisgekrönten Infiniti 3.0l-V6-Triebwerk (Typ: VR30) kombiniert ist. Ein einzigartiges Energie-Rückgewinnungs-System (ERS) trägt dabei zu einer signifikanten Steigerung des Drehmomentes und der Leistung bei. Die Systemleistung steigt so auf stolze 420 kW (571 PS). Der 3.0l-Bi-Turbo-Motor für sich alleine betrachtet leistet dabei 405 PS. Das daraus resultierende niedrige Leistungsgewicht des  Projekt Black S ermöglicht so einen Beschleunigungswert von weniger als 4 sec von 0 auf 100 km/h.

Die Bezeichnung ‘Black S’, sprich schwarzes „S“, erweitert die Typen-Bezeichnungen sportlicher Infiniti Serienfahrzeuge (bis dato wird zwischen silbernen, blauen und roten S-Varianten unterschieden) nach oben und symbolisiert damit zugleich bei Infiniti damit auch das höchste Level in Sachen Leistung, Dynamik, Aerodynamik und intelligentem Energiemanagement. Der Prototyp entstand auf Basis des Q60s in gemeinsamer Entwicklungsarbeit mit dem Renault Sport Formula One Team.

Roland Krüger, Chairman und Global President von Infiniti über die Tracktool-Studie: “Infiniti erreicht einen neuen Meilenstein auf seinem Weg zur Elektrifizierung. Auf Basis der Stärke und der Erfolge der Elektroexpertise innerhalb der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz präsentiert Infiniti sein Projekt Black S, einen Hochleistungs-prototyp mit F1-Technologie. Er ist das Ergebnis intensiver Zusammenarbeit innerhalb der Allianz auf dem Gebiet der Elektrifizierung moderner Fahrzeuge. Er ist damit zugleich ein weiteres Beispiel für den unternehmerischen Geist von Infiniti auf dem Weg zur Elektrifizierung seines Produktportfolios ab 2021.

„Das Projekt Black S setzt auf Höchstleistung und intelligentes Energie-Management und er bietet dank fortschrittlichster Antriebstechnologie packende Dynamik auf der Straße und der Rennstrecke und gefällt mit einer Ästhetik, welche diese Attribute gekonnt in allen Details betont. In Zusammenarbeit mit dem Renault Sport Formula One Team stellt Infiniti mit dem Projekt Black S Prototypen ein Erprobungsfahrzeug für neue Ideen und Technologien vor, die eindrucksvoll zeigen, wie es Partnerschaften innerhalb unserer Markenallianz erlauben, ambitionierte Visionen in die Realität umzusetzen.” so Krüger weiter.

Der Projekt Black S Prototyp setzt auf ein einzigartiges Doppel-Hybrid-Antriebs-System und bekräftigt das klare Bekenntnis von Infiniti , alle Autos der Marke in naher Zukunft zu elektrifizieren. Dieser Hochleistungsantrieb im Projekt Black S basiert auf drei Motor-Generator-Einheiten (Motor Generator Unit = MGU). Ein MGU-K (für kinetisch) gewinnt dabei elektrische Energie aus jedem Bremsvorgang zurück. Das Besondere an diesem Doppel-Hybrid-System sind aber sind die zwei MGU-H (für heat), welche zusätzlich aus der Hitze der Abgasluft Strom für die elektrischen Turbolader generieren. Damit wird beim Projekt Black S Strom sowohl beim Bremsen als auch beim Beschleunigen erzeugt.

Das Projekt Black S widerspiegelt so in seiner Gesamtheit die DNA von Infiniti in seiner ureigensten Form wider. Der Entwicklungsträger bringt das künstlerisch-organische Design des Q60 in Übereinstimmung mit den funktionalen Anforderungen an aerodynamische Effizienz und traktionsfördernden Anpressdruck idealtypisch zusammen.

Dank der Zusammenarbeit mit dem Renault Sport Formula One Team hatten die Ingenieure von Infiniti dabei Zugriff auf spezialisierte Technologien, wie z.B. auf modernste  Simulationsprogramme zur Optimierung der Aerodynamik.

Dieses Know-how findet seinen deutlichsten Ausdruck in der Gestaltung des vollständig aus Kohlefaser gefertigten Heckflügels, geprüft und für gut befunden von den anerkannten Aerodynamikspezialisten des Renault F1-Teams. Der Flügel weist ein ähnliches Profil auf wie jener, den das Renault Sport Formula One Team den ‘Monza-Flügel’ nennt. Dieser baut – für F1-Verhältnisse – vergleichsweise wenig Anpressdruck auf, um auf dem schnellen italienischen Rundkurs gleichzeitig ausreichend Speed zuzulassen. Angewandt auf ein für die Straße zugelassenes Auto bietet der Heckflügel jedoch ausreichenden Abtrieb in allen relevanten Fahrsituationen.  Aufwändige Computersimulationen zur  Optimierung von Form und Größe des Flügels führten final zu einem  fein austarierten Kompromiss zwischen bestmöglicher Geradeauslaufstabilität und bestmöglichem Kurvengrip.

[Quelle, Bilder: Infiniti]

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