Fallstudie: Schuler überarbeitet Großteil-Presse im Kölner Ford-Werk

Der Umform- und Pressen-Spezialist Schuler modernisierte jetzt eine Großteil-Presse bei Ford in Köln, die offenbar nicht mehr auf Höhe der Zeit war: Weil der Transfer mechanisch mit der übrigen Anlage verbunden war, ließen sich die Bewegungskurven nicht anpassen, und die Bauteile mussten zwischen den Pressenstößeln abgelegt werden. Innerhalb von nur sieben Wochen installierte Schuler nach eigenen Angaben einen hochdynamischen Drei-Achs-Transfer mit Überholschlitten sowie einen Platinenlader mit Zeilenkamera an der Presse.

Innerhalb von nur sieben Wochen modernisierte Schuler Transfer und Platinenlader der Großteil-Presse bei Ford in Köln. Bild: Schuler

Innerhalb von nur sieben Wochen modernisierte Schuler Transfer und Platinenlader der Großteil-Presse bei Ford in Köln. Bild: Schuler

Schon in den ersten sechs Monaten nach der Modernisierung produzierte die Presse über 1,2 Millionen Teile. Dies sei vor allem auf die gute Zusammenarbeit zwischen Schuler und Ford zurückzuführen, wie man bei der Schuler AG betont. Ford selbst brachte mit dem eigenen qualifizierten Fachbereich die Steuerung der Doppelständer-Presse auf den jüngsten Stand und rüstete sie damit für den Einbau des neuen Transfers. Dieser kommt dank einer innovativen Lösung nun ohne Zwischenablagen aus: Durch einen servomotorischen Überholschlitten, der in den Transferschienen integriert ist, sind Stufenabstände von über 3,60 Metern umsetzbar.

Das An-und Abkoppeln erfolgt dabei beim Werkzeugwechsel vollautomatisch. Dadurch sollen sich alle notwendigen Rüstvorgänge außerhalb der Presse vornehmen lassen und die Werkzeugwechselzeiten deutlich verkürzen. Der eingesetzte ProTrans von Schuler verfügt über Vorschub-Direktantriebe mit hochdynamischen Servomotoren sowie über eine aktive Schwingungsdämpfung. Steigerungen der Ausbringungsleistung um bis zu 30 Prozent und mehr seien damit keine Seltenheit.

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Der neue Drei-Achs-Transfer von Schuler befördert die Bauteile direkt von einem Werkzeug in das nächste, der Zwischenstopp entfällt. Bild: Schuler

Der neue Drei-Achs-Transfer von Schuler befördert die Bauteile direkt von einem Werkzeug in das nächste, der Zwischenstopp entfällt. Bild: Schuler

Durch die freie Programmierbarkeit des Transfers, der sich über eine eigene Steuerung bedienen lässt, kann Ford nun neue Werkzeuge flexibler gestalten und auf Ausbringung optimieren. Auch die Toolings sollen dadurch einfacher einzurichten und einzustellen sein. Da sich das Profil der Transferschienen von 250 auf 200 Millimeter reduziert, verbessere sich die Freigängigkeit und die Sicht ins Werkzeug. Und nicht zuletzt verringert sich durch den Wegfall der mechanischen Verbindung zur Presse auch der Energiebedarf sowie der Wartungsaufwand.

Weiterhin teilt Schuler mit:

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Auch der Platinenlader macht die Anlage produktiver: Die Zeilenkamera erkennt die genaue Lage einer Platine, während sie darunter hindurchläuft; anders als bisher muss sie dafür nicht mehr stehen bleiben. Auf Grundlage dieser Information kann der nachfolgende Zentrierroboter den Blechzuschnitt für die anschließende Umformung in einer Presse optimal ausrichten. Da die Zeilenkamera direkt über dem Zuführband angebracht ist – und nicht in mehreren Metern Höhe wie bei herkömmlichen optischen Zentrierstationen – ist das System darüber hinaus weitgehend unempfindlich gegenüber Fremdlicht etwa durch die Deckenfenster, wodurch sich die Prozesssicherheit deutlich erhöht.

Durch den Platinenlader mit Zeilenkamera erhöht sich die Produktivität und Prozesssicherheit deutlich. Bild: Schuler

Durch den Platinenlader mit Zeilenkamera erhöht sich die Produktivität und Prozesssicherheit deutlich. Bild: Schuler

Im Gegensatz zu einer mechanischen Zentrierung ist das System mit Zeilenkamera außerdem völlig unabhängig von der Platinenform, und die Platinenoberfläche wird geschont; auch der Wartungsaufwand des Systems ist wesentlich geringer. Die Genauigkeit der optischen Zentrierstation beträgt bis zu drei Millimeter, die Lage in und quer zur Durchlaufrichtung lässt sich um bis zu 100 Millimeter korrigieren. Die maximale Platinengröße beläuft sich auf 4.100 Millimeter. Die Zeilenkamera erfasst ebenfalls Doppelteile sowohl neben- als auch hintereinander.

Dank einer Vorab-Inbetriebnahme von Drei-Achs-Transfer und Platinenlader mit Zeilenkamera vor Ort bei Schuler und einer gut abgestimmten Baustellenkoordination betrug die Ausfallzeit für Ford weniger als zwei Monate.

Zur Lageerkennung kann die Platine unter der Zeilenkamera hindurchlaufen und muss dafür nicht mehr stehen bleiben. Bild: Schuler

Zur Lageerkennung kann die Platine unter der Zeilenkamera hindurchlaufen und muss dafür nicht mehr stehen bleiben. Bild: Schuler

[Quelle: Schuler]

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