Reifentechnik: Performance-Sportreifen mit Straßenzulassung von Michelin

Motorsport für die Straße - Pilot Sport Cup 2

Sportreifen mit Straßenzulassung sind eine große Herausforderung für Reifenhersteller, denn sie müssen den Spagat zwischen Alltagstauglichkeit und Performance schaffen. Gerade für Sportwagen sind leistungsfähige Reifen ein wichtiges Thema. Auf den wenigen Quadratzentimeter, mit der die Reifen auf dem Asphalt aufliegen, werden mitunter erhebliche Kräfte übertragen. Ob nun beim Beschleunigen, Verzögern oder Querkräfte bei Kurvenfahrten – die Anforderungen sind hoch. Was ein solcher Reifen leisten aber auch aushalten muss, zeigte uns der Reifenhersteller Michelin mit dem Pilot Sport Cup 2.

MichelinDer Pilot Sport Cup 2 mit seinen vielfältigen Eigenschaften soll nicht einfach nur ein kompromissloser Rennreifen für die abgesperrte Rennstrecke sein. Michelin positioniert dieses Modell zwischen Straßen- und Motorsportreifen und verspricht neben hoher Alltagstauglichkeit und Sicherheit auf nassen Straßen vor allem bessere Fahrdynamik und damit eine hohe Rennstreckentauglichkeit. Deutlich wird dies, wenn man sich den Aufbau des Reifens betrachtet. Die Lauffläche mit der sogenannten Bi-Compound-Technologie besteht aus zwei unterschiedlichen Gummimischungen und unterschiedlichem Profil. Um eine höhere Stabilität in Kurvenfahrten mit höherer Fahrbahnhaftung zu gewährleisten, wurde ein Elastomer mit hohem Molekulargewicht verwendet, womit die Reifenmischung in diesem Bereich weicher ist. Unterstützt wird dies durch besonders breite Profilblöcke auf der Außenseite. Die Verwendung eines steiferen Elastomers, also einer härteren Gummisorte, auf der inneren Lauffläche ermöglicht ein präziseres Lenkverhalten. Zudem weist dieser Bereich eine andere Reifenarchitektur mit tieferem Profil auf, welches das Risiko von Aquaplaning minimiert. Hergestellt wird der Reifen auf der selben Fertigungsstraße wie die Rennreifen von Michelin.

Partner-Anzeige:

Doch wie fährt sich dieser Sportreifen nun in der Praxis? Ein kurvenreicher Handlings- und Schulungskurs an der bekannten Rennstrecke Paul Ricard bietet ideale Bedingungen um die sportlichen Qualitäten des Michelin-Reifens zu erfahren.

????????????????????????????????????

Als Testfahrzeug dient der aktuelle Porsche Cayman (Typ 981c), der mit den Michelin Pilot Sport Cup 2 in der Dimension 235 / 40 ZR 19 vorne und 265 / 40 ZR 19 hinten ausgerüstet ist. Der heckangetriebene Mittelmotor-Sportwagen ist mit dem Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) ausgerüstet und leistet 275 PS und hat ein Drehmoment von 290 Newtonmeter, die bei einer Drehzahl von 4.500 bis 6.500 Umdrehungen pro Minute anliegen.

Michelin_22

Vor Befahren der Rennstrecke wurde ein Brems- und Handlings-Test absolviert. Zuerst wurde auf etwa 90 Stundenkilometer beschleunigt um, darauf hin zügig eine kräftige Bremsung einzuleiten. Im Anschluss wurden mit konstantem Tempo ein Slalomcours und ein Streckenabschnitt mit einer Kurvenkombination durchfahren. Anschließend ging es in einem Konvoi von sechs Fahrzeugen, angeführt von einem Instruktor, auf die Rennstrecke. Die ersten Kilometer dienten dazu Brems- und Einlenkpunkte zu verinnerlichen. Kontinuierlich wurde das Tempo gesteigert. Bei den sich wiederholenden Fahretappen vermittelte der Pilot Sport Cup 2 stets ein sicheres Fahrgefühl und ließ schnell hohe Kurvengeschwindigkeiten zu. Vor allem das präzise Einlenkverhalten verhalf die Ideallinie und die Kurvenscheitelpunkte exakt zu treffen. Das Handling war angenehm neutral und erleichterte das das herantasten an hohes Tempo.

Michelin_05

Sehr beeindruckend waren die Haltbarkeit und der konstante Grip der Sport-Pneus. Erst nach knapp acht Stunden auf der Rennstrecke, bei der die Reifen alles andere als geschont wurden, nahm die Haftung langsam ab. Bei Kurvenfahrten wurde dies durch eine schmierigere Hinterachse deutlich. Dennoch eine sehr bemerkenswerte Leistung, die zeigt, wie viel Spaß man mit einem guten Sportreifen haben kann. Für alle, die mehr aus ihrem Sportwagen holen wollen, dem sei eine solche Investition wärmstens zu empfehlen. Eine verbesserte Fahrdynamik, und vor allem schnellere Rundenzeiten auf der Rennstecke sind auf alle Fälle sicher.

Michelin_12_pr

Trenner Werbung und Kooperationen auf Automotive-Technology.de:
Automotive Technology ist eine der erfolgreichsten Online-Publikationen im Bereich Automotive-Technologie. Unsere Leser informieren sich hier über neue Trends, Technik und Innovationen der Automotive-Branche - das perfekte Umfeld für Ihre Marketing-Kommunikation ohne Streuverluste.
Mehr Infos.
Trenner

Michelin bietet seinen Rennreifen mit Straßenzulassung in verschiedenen Dimensionierungen mit einem Durchmesser zwischen 18 und 21 Zoll sowie einer Breite zwischen 225 und 345 Millimeter an. Bei Supersportwagen, wie beispielsweise dem neuen Audi R8 oder dem Porsche Porsche 991 GT3, ist Michelin Erstausrüster. Aber auch der frontangetrieben Kompaktsportler Renault Mégane R.S. wird werksseitig mit den Performance-Reifen ausgeliefert.

Einen Härtetest der besonderen Art bewältigte der ebenfalls werksseitig mit dem Michelin Pilot Sport Cup 2 ausgerüstete Porsche 918 Spyder. Der 608 PS starke Hybrid-Sportwagen knackte als erstes Serienfahrzeug die sieben-Minuten-Marke auf der weltberühmten Nürburgring Nordschleife. Porsche-Werksfahrer Marc Lieb ist seither Rekordhalter mit einer Rundenzeit von 6 Minuten und 57 Sekunden und zeigte mit seiner Rekordfahrt eindrucksvoll die Möglichkeiten dieses Reifens.

Michelin_01_pr

Michelin_11

Michelin_02_pr

Fotos: Michelin / Markus Schoppmann, Daniel Przygoda

Über Daniel Przygoda (24 Artikel)
Wirtschaftsingenieur (B.Sc.) und seit 2015 Redakteur bei Automotive-Technology.de und Automobil-Blog.de. Seit 2006 für Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer tätig - erst im CAR-Institut (Center Automotive Research) der Universität Duisburg-Essen, nun bei D+S Automotive GmbH. Projektbeteiligungen u.a. am CAR-Symposium, CAR-connects, RUHRAUTOe, Automechanika Frankfurt, Ruhr-Symposium. Mitarbeit an verschiedenen Studien und Forschungsarbeiten in den Bereichen Automobilvertrieb und Elektromobilität. Von 2001 bis 2006 bei der Adam Opel AG am Produktionsstandort Bochum tätig. Während dieser Zeit Ausbildung zum Mechatroniker, danach Produktionsmitarbeiter in der Fahrzeugfertigung.