Nach PSA-Übernahme: Opel treibt Entwicklung zum hochautomatisierten Fahren weiter voran

Auf dem Pariser Autosalon 2016 kündigte Opel an, innerhalb der nächsten fünf Jahre – also bis etwa 2021 – ein automatisiert fahrendes Auto auf den Markt zu bringen. Damals baute man in Rüsselsheim vor allem auf Unterstützung des damaligen Mutterkonzerns GM. Nach der Übernahme durch den französischen Konzern PSA in diesem Jahr sind diese Pläne offenbar nicht auf Eis gelegt worden. Im Gegenteil: Ein Prototyp, der hochautomatisiert fahren kann, soll 2018 vorgestellt werden.

Opel beteiligt sich mit einem Insignia-Versuchsfahrzeug am Forschungsprojekt „Ko-HAF – Kooperatives hochautomatisiertes Fahren“.

Opel beteiligt sich mit einem Insignia-Versuchsfahrzeug am Forschungsprojekt „Ko-HAF – Kooperatives hochautomatisiertes Fahren“.

Die Forschungsinitiative „Ko-HAF – Kooperatives hochautomatisiertes Fahren“, an der auch Opel beteiligt ist, hat heute in Áschaffenburg die Zwischenergebnisse vorgestellt. Hochautomatisiertes Fahren auf deutschen Autobahnen könnte demnach schon bald Realität werden, wie ein Versuchsfahrzeug im kommenden Jahr beweisen soll.

Kooperative, hochautomatisierte Systeme braucht der Fahrer nicht mehr dauerhaft zu überwachen. Er kann sich anderen Aufgaben widmen, muss jedoch immer in der Lage sein, wieder die volle Kontrolle über das Fahrzeug – nach Aufforderung durch das System und mit einer gewissen Zeitreserve – zu übernehmen. Dazu muss sich das Auto „vorausschauender“ bewegen als dies allein mit den fahrzeugeigenen Sensoren möglich ist. Hier setzt Ko-HAF an: Fahrzeuge senden ihre Umfeld-Informationen, beispielsweise zu Baustellen, Staus und Unfällen, an den sogenannten Sicherheits-Server. Dort werden diese gesammelt und verdichtet, sodass den Fahrzeugen auf Abruf eine hochdetaillierte aktuelle Karte zur Verfügung steht, die quasi wie ein künstlicher Horizont die benötigte bessere Vorausschau liefert.

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Opel kümmert sich im Rahmen des Projekts um die Entwicklung digitaler Karten und die Kommunikation zwischen Server und Auto; speziell um den Vorgang, wenn der Fahrer wieder die Kontrolle übernehmen soll. Die Rüsselsheimer Ingenieure haben die Server-Architektur erstellt, die Schnittstellen definiert und dafür sorgt, dass Daten ungehindert in beide Richtungen fließen. Dies wird aktuell erprobt.

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Eine weitere Hauptaufgabe war die Entwicklung der Fahrzeug-Eigenlokalisierung. Opel hat Algorithmen entworfen, die den jeweils aktuellen Aufenthaltsort auf Navigationskarten sichtbar machen. Diese Daten werden mit Informationen vom Server sowie von weiteren Karten, Bewegungssensoren und dem Globalen Navigationssatellitensystem GNSS synchronisiert. Die Lokalisierungsfunktion wird derzeit mit einem Insignia als Versuchsfahrzeug auf dem Opel-Testgelände in Dudenhofen sowie auf der Ko-HAF-Teststrecke auf Autobahnen rund um Frankfurt am Main validiert.

Einen weiteren Fokus richtet Opel auf das Fahrerverhalten im Auto. Um zu klären, ob und wie schnell der Fahrer während der automatisierten Phase bereit wäre, das Kommando an Bord zu übernehmen, haben die Ingenieure ein spezielles Analyseprogramm und ein System von Sensoren entwickelt.

Der Autohersteller baut zudem einen Prototyp, der die zentralen Funktionen kooperativen hochautomatisierten Fahrens auf Autobahnen beherrschen soll. Vom selbstständigen Auffahren auf die Autobahn und Einfädeln in den fließenden Verkehr über das Spurhalten, Mitschwimmen und Überholen bis hin zum Verlassen der Autobahn soll Ko-HAF Regie führen. Zur Abschlusspräsentation im September 2018 soll dann das hochautomatisierte Fahren mit dem Opel-Prototyp im realen Verkehr auf der Autobahn demonstriert werden.

[Quelle, Bild: Opel]

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