Der neue Nissan Micra im Technik-Check

Mit dem neuen Micra verfolgt Nissan eine neue Strategie um mit seinem Kleinwagen in Europa wieder an früheren Erfolg anzuknüpfen. Herausgekommen ist ein hochwertiger Kleinwagen mit völlig neuem Design und innovativer Technik. Wir haben uns den Neuzugang im B-Segment genauer angesehen.

Aussen_Vorne

Außer dem Namen erinnert eigentlich nichts mehr an den Vorgänger. Zwar baut das neue Modell noch auf einer stark modifizierten Plattform des Vorgängers auf, jedoch unterscheidet er sich optisch deutlich vom alten Modell. Die fünfte Generation des Nissan Micra wurde in Europa entwickelt und wird im französischen Flins bei Renault produziert, wo auch der Clio und ZOE vom Band läuft.

Aussen_Hinten

Dank seinem schnittigen und konturiertem Design wirkt der ausschließlich als Fünftürer angebotene Micra sportlich. Die Türgriffe der hinteren Türen verstecken sich gekonnt an den Fenstern. Die Front mit dem V-förmigen Chromgrill orientiert sich an dem Markengesicht aktueller Nissan-Modelle. Mit seiner Außenlänge von knapp 4 Metern zählt er zu den Kleinwagen und misst sich mit Polo, Fiesta und Co.

Aussen_Detail_Türgriff

Neben dem sportlichen Styling hat Nissan auch Wert auf eine gute Bedienbarkeit und die wertige Materialauswahl gelegt. Das Armaturenbrett wirkt aufgeräumt und nicht überfrachtet. Die Bedienelemente sind allesamt logisch unterteilt.

Innen_Armaturenbrett

Das 7 Zoll große TFT-Touchdisplay in der Mittelkonsole wird durch ein 5 Zoll großes Zusatzdisplay ergänzt, welches sich zwischen dem gut ablesbaren Tacho und Drehzahlmesser befindet. Über Tasten am Lenkrad kann man sich Infos aus dem Bordcomputer, Radio oder Navigation anzeigen lassen. Ebenso werden hier erkannte Verkehrsschilder wie beispielsweise Tempolimits oder Überholverbote dargestellt.

Innen_Tacho

Beim Nissan Micra kommt erstmals ein intelligenter Spurhalteassistent zum Einsatz. Dabei greift das System nicht aktiv in die Lenkung ein sondern bremst gezielt einzelne Vorderräder ab, so dass sich das Fahrzeug wieder von selbst zurück in die Spur zieht.

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Der Around-View-Monitor ermöglicht dem Fahrer eine bessere Rundumsicht beim rangieren und parken. Nissan brachte dieses System, welches man hauptsächlich aus der Oberklasse bekannt war in kleinere Fahrzeugklassen. Vier Weitwinkelkameras an Front, Heck und den Außenspiegeln erzeugen dabei ein Bild des eigenen Fahrzeugs aus der Vorgelperspektive, welches auf dem 7 Zoll großen TFT-Display in der Mittelkonsole dargestellt wird.

Innen_BOSE

Ein weiteres Novum in der Kleinwagenklasse bietet Nissan in der Top-Version TEKNA an. Das Premium Audiosystem von BOSE verfügt über insgesamt sechs Lautsprecher – zwei davon in der Kopfstütze des Fahrersitzes. Durch den Einsatz von Breitbandlautsprechern, die sich in den vorderen Türen befinden, konnte auf einen seperaten Subwoofer verzichtet werden.

Innen_Kofferraum

Das Kofferraumvolumen beträgt üppige 300 Liter (zum Vergleich: in den aktuellen Volkswagen Polo passen nur 280 Liter). Besonders variabel ist der Micra durch die serienmäßig im Verhältnis 60 zu 40 umklappbare Rücksitzbank. Das Ladevolumen lässt sich somit bei Bedarf auf bis zu 1.004 Liter erweitern.

Aussen_Motor

Nissan bietet für den Micra vorerst zwei Benziner und einen Diesel an, die ausschließlich über ein manuelles Fünfgang-Getriebe geschaltet werden. Alle Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6. Die Einstiegsmotorisierung  – ein Dreizylinder Benziner mit 1,0 Liter Hubraum leistet 54 kW (73 PS). Der stärkere Benziner – ebenfalls ein Dreizylinder, allerdings mit Turbo und 0,9 Liter Hubraum – leistet 66 kW (90 PS). Bei beiden soll der kombinierte Normverbrauch nach NEFZ bei unter 5 Litern liegen. Mit dem Diesel richtet sich Nissan vor allem an Flottenkunden. Der Vierzylinder Turbomotor mit 1,5 Liter Hubraum leistet  auch 66 kW (90 PS) und soll unter 4 Liter verbrauchen. Weitere Antriebsvarianten sind für das Jahr 2018 geplant.

Aussen_Seite

Die Preise starten in Deutschalnd bei 12.990 Euro. Zur Serienausstattung gehören unter anderem Lichtsensor, LED-Tagfahrlicht, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Berganfahrassistent, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, ISOFIX-Befestigung an den hinteren äußeren Sitzen und eine asymmetrisch umklappbare Rücksitzbank.

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Innen_Lenkrad

Innen_Navi

Innen_Rueckbank

Nissan Micra 2017: Aussen_Detail_Felge

Aussen_Detail_Spiegel

Nissan Micra 2017: Aussen_Detail_MICRA

Aussen_Scheinwerfer

Fotos: Daniel Przygoda

Der neue Nissan Micra im Technik-Check

Über Daniel Przygoda (29 Artikel)
Wirtschaftsingenieur (B.Sc.) und seit 2015 Redakteur bei Automotive-Technology.de und Automobil-Blog.de. Seit 2017 als Projektingenieur bei Bertrandt Technikum u.a. für Daimler und Porsche im Einsatz. Von 2006-2017 für Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer tätig - erst im CAR-Institut (Center Automotive Research) der Universität Duisburg-Essen, später bei D+S Automotive GmbH. Projektbeteiligungen u.a. am CAR-Symposium, CAR-connects, RUHRAUTOe, Automechanika Frankfurt, Ruhr-Symposium. Mitarbeit an verschiedenen Studien und Forschungsarbeiten in den Bereichen Automobilvertrieb und Elektromobilität. Von 2001 bis 2006 bei der Adam Opel AG am Produktionsstandort Bochum tätig. Während dieser Zeit Ausbildung zum Mechatroniker, danach Produktionsmitarbeiter in der Fahrzeugfertigung.