Car-Entertainment für selbstfahrende Autos: Volvo und Ericsson entwickeln intelligente Streaming-Dienste

Car-Entertainment wird in Hinblick auf autonomes Fahren eine immer wichtigere Rolle spielen. Wie soll der Fahrer die Zeit im Fahrzeug sinnvoll nutzen, wenn die Technik die aktive Fahrzeugsteuerung übernimmt? Volvo zeigt auf der CES in Las Vegas seine Ideen für zukünftiges Car-Entertainment.

Nachdem der der schwedische Premiumhersteller mit der Design-Vision „Concept 26“ das Cockpit für automatisiert fahrender Autos vorgestellt hat, geht man nun einen Schritt weiter und will Fahrzeuginsassen die Zeit im autonomen Fahrmodus erlebnisreicher gestalten. Gemeinsam mit seinem Elektronik-Partner Ericsson hat Volvo einen intelligenten Breitband-Streaming-Dienst entwickelt um Fahrer und Passagieren die Möglichkeit zu bieten, die Zeit im Auto angenehmer zu gestalten.

Wie wichtig Konnektivität in zukünftigen Fahrzeugen ist, erkennt man an der zunehmenden Ausbreitung von Apple Carplay und Android Auto. Damit lassen sich schon jetzt in vielen Fahrzeugmodellen ausgewählte Funktionen des Smartphones im Auto nutzen. Inhalte wie Apps und Musikdateien können über die Fahrzeugeigenen Displays und Bedienelemente abgerufen und gesteuert werden.

Der Streaming-Dienst soll ein qualitativ hochwertiges streaming über das Mobilfunknetz ermöglichen. Hierfür werden unter anderem die geplante Fahrtroute sowie die Netzabdeckung einbezogen und zielgerichtet Streaming-Inhalte zwischengespeichert um unterbrechungsfreie Datenübertragung zu gewehrleisten. Mit Verbreitung automatisiert fahrende Autos wird die Nutzung mobiler Daten ansteigen und einen Paradigmenwechsel einleiten. Die Nachfrage nach einer durchgängigen Breitband-Abdeckung wird vor allem außerhalb dicht besiedelter Gebiete ansteigen.

Claes Herlitz, Leiter Automotive Services bei Ericsson erwartet, dass Videos in den kommenden Jahren fast 70 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs ausmachen werden. Um die steigende Zahl an Fahrzeugen mit mobilen Daten zu versorgen und den Nutzern eine gute Bild- und Übertragungsqualität zu bieten, wird an innovativen Konnektivitäts-, Cloud- und Analyse-Lösungen gearbeitet.

Die Bereitgestellten Streaming-Angebote sind personalisiert richten sich an das Nutzerverhalten der Volvo-Fahrer. Auf Grundlage ermittelter Daten aus vergangenen Strecken sowie bevorzugter Medien wird ein passendes Angebot für die geplante Reiseroute und der autonom gefahrene Zeit erstellt. Vor allem Pendler sollen zukünftig ihre, durch das automatisierte Fahren, gewonnene Zeit sinnvoller nutzen können.

„Wenn Sie die neueste Folge Ihrer Lieblingsserie sehen wollen, dann weiß das Auto, wie lang die Fahrt dafür sein muss, und kann Route und Fahrsteuerung entsprechend optimieren“ erläutert Anders Tylman, General Manager Volvo Monitoring & Concept Center bei der Volvo Car Group. „Beim autonomen Fahren kommt es nicht mehr nur darauf an, schnell von A nach B zu kommen. Es geht um das Erlebnis im Auto und darum, wie man die Zeit verbringen möchte, die man durch das autonome Fahren gewinnt. Wir wollen den Menschen die Freiheit bieten, selbst zu entscheiden, wie sie ihre täglichen Pendelfahrten gestalten und welche Inhalte sie dabei genießen möchten.“ Doch für diese neue Form des Pendelns werden neben neuen Techniken auch deutlich größere Bandbreiten benötigt.

Über Daniel Przygoda (29 Artikel)
Wirtschaftsingenieur (B.Sc.) und seit 2015 Redakteur bei Automotive-Technology.de und Automobil-Blog.de. Seit 2017 als Projektingenieur bei Bertrandt Technikum u.a. für Daimler und Porsche im Einsatz. Von 2006-2017 für Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer tätig - erst im CAR-Institut (Center Automotive Research) der Universität Duisburg-Essen, später bei D+S Automotive GmbH. Projektbeteiligungen u.a. am CAR-Symposium, CAR-connects, RUHRAUTOe, Automechanika Frankfurt, Ruhr-Symposium. Mitarbeit an verschiedenen Studien und Forschungsarbeiten in den Bereichen Automobilvertrieb und Elektromobilität. Von 2001 bis 2006 bei der Adam Opel AG am Produktionsstandort Bochum tätig. Während dieser Zeit Ausbildung zum Mechatroniker, danach Produktionsmitarbeiter in der Fahrzeugfertigung.