BMW Head-Up-Display

Das erste BMW-Head-Up-Display wurde 2003 im damals neuen 5er präsentiert. Mittlerweile sind BMW-Head-Up-Displays in fast allen Baureihen der BMW-Group zu finden.

BMW-Head-Up-Display

BMW Head-Up-Display. Bild: BMW

BMW hat das in der Luftfahrt seit Jahrzehnten eingesetzte und ständig weiterentwickelte Head-Up Display als erster europäischer Autohersteller auf Großserienfahrzeuge adaptiert. Von Januar 2004 an war dieses von der Siemens VDO Automotive GmbH entwickelte Fahrerassistenzsystem im Rahmen von BMW ConnectedDrive in der BMW 5er Reihe erhältlich.

2006 brachte BMW zusammen mit dem neuen Systempartner Nippon Seiki die nächste Evolutionsstufe zur Serienreife. Erstmals in der zweiten Generation des BMW X5 brachten die Bayern nun auch ein höhenverstellbares Display auf den Markt. Es dauerte dann noch bis 2011, bis im neuen 6er erstmals ein vollfarbiges Display folgte. Hier lag bis dato Konkurrent  Audi mit dem 2010 vorgestellten A7 vorn.

Partner-Anzeige:

Head-Up-Displays in fast allen Baureihen der BMW-Group

So ist das BMW-Head-Up-Display etwa ab Juli 2017 Bestandteil der modellspezifischen, sogenannten Innovationspakete. In den Modellen der BMW 3er, BMW 4er, BMW 6er und BMW 7er Reihe umfasst das Innovationspaket von Juli 2017 an neben dem Driving Assistant, dem BMW Head-Up Display und dem Komfortzugang auch die Optionen Speed Limit Info und Adaptive LED-Scheinwerfer.

Die Head-Up-Display-Lösungen von BMW leisten in Darstellung, Funktionsumfang und Flexibilität einen bedeutenden Beitrag zur aktiven Sicherheit, indem sie fahrerrelevante Informationen mit brillanter Auflösung im direkten Sichtfeld des Fahrers anzeigen, so dass dieser die Augen nicht von der Straße abwenden muss. Ein deutlicher Sicherheitsgewinn, wie Forscher wissen: Bei einem Normalfahrer vergeht für das Ablesen der Geschwindigkeits-Anzeige im Instrumententräger oder beim Blick auf das Navigationsgerät eine ganze Sekunde. Während der Ablenkung, also ohne Blick auf die Straße, legt das Fahrzeug in der Stadt bei Tempo 50 immerhin knapp 14 Meter zurück – quasi im „Blindflug“.

Mit Head-Up Display verkürzt sich die Informationsaufnahme für den Fahrer um mehr als die Hälfte, womit das System einen maßgeblichen Beitrag zum konzentrierten Fahren leistet. In der optischen Wahrnehmung schwebt das auf die Windschutzscheibe projizierte Bild virtuell in Augenhöhe über der Motorhaube und ist nur für den Fahrer sichtbar. Zudem ist diese Anzeigeform weniger ermüdend, da das Auge nicht ständig zwischen Nah- und Fernsicht umschalten muss. Perfekt an die Umgebung angepasst ist auch die Helligkeit des Bildes, damit sich das Auge nicht jedes Mal neu anpassen muss.

Zur Wiedergabe der Daten strahlt eine starke Lichtquelle im Inneren des Instrumententrägers durch ein lichtdurchlässiges TFT-Display (Thin-Film-Transistor) und überträgt das Bild über speziell geformte Spiegel auf die Frontscheibe. Dabei die Windschutzscheibe als Reflektor zu nutzen, ist wegen der gewölbten Form und der physikalischen Eigenschaften von Glas sehr komplex. Normalerweise entstehen in der Windschutzscheibe Brechungen des Lichtweges, die Doppelbilder erzeugen.

Trenner Werbung und Kooperationen auf Automotive-Technology.de:
Automotive Technology ist eine der erfolgreichsten Online-Publikationen im Bereich Automotive-Technologie. Unsere Leser informieren sich hier über neue Trends, Technik und Innovationen der Automotive-Branche - das perfekte Umfeld für Ihre Marketing-Kommunikation ohne Streuverluste.
Mehr Infos.
Trenner

In der Luftfahrt, genauer: im Eurofighter-Kampfjet, löst man dieses Problem mit einer zusätzlichen glatten Scheibe im direkten Sichtfeld des Piloten. BMW löst das physikalische Phänomen mit einer in die Frontscheibe integrierten hauchdünnen Folie, die für eine Überlagerung der Bilder und somit für eine perfekte, weil unverzerrte Darstellung sorgt. Mit dem vollfarbigen Head-Up Display  steigt der Ablesekomfort für den Fahrer enorm. Denn durch das vollständige Farbspektrum ist eine realitätsnahe und somit noch intuitivere Anzeige von Bildern und Symbolen möglich. Diese sprechen für sich, sind noch schneller erfassbar und müssen nicht erst entschlüsselt oder interpretiert werden. Da kommt selbst Eurofighter-Testpilot Robert Hierl ins Schwärmen: „So eine brillante Anzeigequalität hat unser monochromes Head-up-Display nicht zu bieten.“

Head-Up-Display-im-Eurofighter-Simulator

Head-Up-Display im Eurofighter Simulator. Bild: BMW

Head-Up-Display der neuesten Generation im BMW M5 F90

Im neuen BMW M5 F90 werden die wichtigsten Informationen bei aktiviertem Head-Up Display zudem auf die Windschutzscheibe im unmittelbaren Sichtfeld des Fahrers projiziert. Die für die dynamische Fahrt entwickelte M Ansicht wurde grafisch komplett überarbeitet und lässt auf Wunsch nun auch die Anzeige von Navigationsinformationen zu. Die Projektionsfläche des Head-Up Displays ist im neuen BMW M5 um rund 70 Prozent gewachsen.

HoloActive Touch vereint Head-Up-Display und Touchscreen-Bedienung

Im auf der Consumer Electronics Show 2017 (CES) vorgestellten Bedienkonzept „BMW HoloActive Touch“ vereint BMW die Vorzüge des eigenen Head-Up-Displays, der BMW Gestiksteuerung und der direkten Bedienung eines Touchscreens und erweitert sie zu einer einzigartigen Form des User-Interface. Das Bild einer vollfarbigen Anzeige wird – ähnlich wie beim Head-Up Display – durch geschicktes Spiegeln erzeugt, jedoch nicht auf der Windschutzscheibe, sondern freischwebend im Innenraum dargestellt. Erstmals erfolgt die Steuerung der Funktionen über eine vollständig immaterielle Bedienoberfläche, die dennoch die von herkömmlichen Touchscreens vertraute, sowohl sicht- als auch spürbare Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug ermöglicht.

BMW HoloActive Touch

BMW HoloActive Touch. Bild: BMW

Über Redaktion (690 Artikel)
Das Magazin für automobile Technologien und KFZ-Technik.