CAR Symposium 2015 – Robert Bosch-Chef Volkmar Denner: „Energiedichte von Lithium-Ionen-Batterien verdoppeln und Kosten halbieren“

Das CAR Symposium 2015 stand ganz im Zeichen der Trendthemen „Autonomes Autofahren“, „Connectivity“ und „E-Mobilität. Der Vorsitzende der Geschäftsführung bei Automobilzulieferer Robert Bosch erwartet, dass sich „Autonomes Fahren“ in Schritten entwickeln wird. Denner rechnet damit, dass Teilfunktionen des autonomen Fahrens nach und nach in Serie gehen werden. Allerdings nur dann, wenn die Politik mitspielt. Jacques Aschenbroich, CEO des französischen Automobilzulieferers Valeo pflichtet bei: „Das autonome Fahren wird sich nur dann durchsetzen, wenn es der Gesetzgeber schafft, die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen“.

Volkmar Denner Car Symposium 2015

Volkmar Denner betont zudem, dass autonomes Fahren schon heute möglich ist. Zumindest dann, wenn die Geschwindigkeiten nicht allzu hoch ist und die Umgebung bekannt ist. Beide Faktoren träfen sowohl auf Parkvorgänge als auch auf Autobahnfahrten zu – Situationen, „die prädestiniert für teilautonomes Fahren sind“.

Wichtiger Bestandteil zukünftiger Mobilität sei auch weiterhin die Elektromobilität. Laut Denner ist die Mobilität der Zukunft „vernetzt, autonom – und elektrifiziert“. Er sei zuversichtlich, dass sich die E-Mobilität durchsetzen werde: „Ich gehe davon aus, dass in 10 Jahren 15% aller Neufahrzeuge mit einem Elektromotor ausgestattet sein werden“.

„CAR“-Direktor Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer sieht das Thema mittlerweile nicht mehr ganz so positiv. „Mir fehlt die Hoffnung. Wenn man sich anschaut, wie viele Hybridautos die deutschen Hersteller verkauft haben, dann wird man blass im Gesicht. Das bedaure ich, denn Elektromobilität kann die Welt besser machen“. Den Automobilherstellern will Dudenhöffer indes keinen Vorwurf machen, „die haben alles gemacht. Wenn allerdings die Politik nicht die Rahmenbedingungen schafft, dann geht der E-Mobilität die Luft aus.“

Kurz darauf hatte die Dudenhöffer Gelegenheit, Armin Laschet, Stellv. Vorsitzender CDU, dazu zu befragen. Für Laschet betrifft diese Frage gleich drei verschiedene Ebenen: die Automobilindustrie, die Politik und letztendlich natürlich auch die Autokäufer. Am Ende müsste die gesamte Gesellschaft mitziehen. Das von der Bundesregierung formulierte Ziel von 1 Mio. Elektroautos bis 2020 sei „vielleicht ambitiös gewesen“. Um E-Mobilität in Deutschland zu fördern, solle darüber nachgedacht werden, die Mineralölsteuer wieder verstärkt für Investitionen in die Mobilität zu nutzen, schließlich werde die „Mineralölsteuer momentan zu großen Teilen zweckentfremdet“.

Abgesehen von einer Unterstützung durch die Politik erwartet Volkmar Denner, dass Connectivity dem E-Auto zum Durchbruch verhelfen wird. Noch wichtiger allerdings sei die Batterietechnik: momentan sei die Lithium-Ionen-Technologie noch nicht soweit. „Bis 2020 werden sich die Energiedichte von Lithium-Ionen-Batterien verdoppeln und sich die Kosten halbieren.“ Erst dann sei ein Marktdurchbruch zu erwarten.

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