Visteon übernimmt Automobilelektronik-Geschäftsbereich von Johnson Controls

Der Automobilzulieferer Visteon hat der Übernahme des Geschäftsbereichs „Cockpit Electronics“ von Johnson Controls vorbehaltlich gewisser Anpassungen für 265 Millionen US-$ zugestimmt. Durch die Transaktion wird das Unternehmen zu einem der drei größten Zulieferer von Cockpit Elektroniksystemen weltweit. Der Vollzug der Übernahme hängt von bestimmten behördlichen Genehmigungen sowie weiteren Einwilligungen und Zusagen ab. Es ist davon auszugehen, dass die Transaktion im zweiten Quartal 2014 abgeschlossen wird.

VisteonDurch die Übernahme will Visteon seine Wettbewerbsposition im wachstumsstarken Segment der Cockpitsysteme stärken. Aus dem Zusammenschluss geht ein 3 Milliarden US-$ schweres globales Elektronikunternehmen hervor, das bei Fahrerinformationssystemen weltweit den Rank 2. belegt, im gesamten Segment überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielt und neun der 10 weltgrößten Automobilhersteller beliefert.

Im Geschäftsjahr zum 30. September 2013 erwirtschaftete der nun vor der Übernahme durch Visteon stehende Geschäftsbereich einen Umsatz von etwa 1,3 Milliarden US-$ und ein EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 58 Millionen US-$. Unternehmensinterne Verrechnungen in Höhe von 12 Millionen US-$, die im Zuge der Transaktion nicht übernommen werden, sind bei der Berechnung des EBITDA nicht berücksichtigt worden. Visteon wird prüfen, ob zur Unterstützung des Betriebes weitere Ressourcen in der Firmenzentrale erforderlich sind. Die Transaktion bietet Aussicht auf langfristige Margenverbesserungen durch Skaleneffekte, wobei sich die jährlichen Kostensynergien laut Schätzungen bis 2017 auf über 40 Millionen US-$ belaufen. Das zuvor angekündigte Aktienrückkaufprogramm des Unternehmens im Gesamtumfang von 1 Milliarde US-$, für das nach wie vor ein autorisiertes Kapital von 875 Millionen US-$ zur Verfügung steht, bleibt von der Transaktion unberührt.

Visteon-Präsident und CEO Timothy D. Leuliette erklärte, durch die Transaktion setze Visteon verstärkt auf den Bereich Cockpit electronics als eines von zwei Visteon-Kerngeschäften. Hinzu kommt Halla Visteon Climate Control, der zweitgrößte Zulieferer im Bereich Fahrzeugklimatisierung der Welt.

„Wir freuen uns darauf, durch die Integration dieses äußerst renommierten Geschäftsbereichs in die Visteon Electronics-Sparte weiterhin Wertschöpfung für Kunden und Aktionäre zu erzielen“, so Leuliette. „Dies ist eine hervorragende strategische Ergänzung zu unserem bestehenden Elektronik-Portfolio. Die Übernahme bietet uns neben der erforderlichen globalen Tragweite auch die nötigen Kosteneinsparungen, die wir zur Unterstützung der globalen Plattformen und Programme der Automobilhersteller brauchen. Überdies trägt sie zur Diversifizierung unseres Kundenstamms im Bereich Elektronik bei, festigt unsere schon jetzt überzeugende globale Präsenz und bringt uns neue Technologien, Fähigkeiten und herausragende Ingenieure ein, mit deren Hilfe wir die geschäftliche Entwicklung weiter vorantreiben werden.“

Der zur Übernahme vorgesehene Geschäftsbereich von Johnson Controls beliefert Automobilhersteller mit Fahrerinformationssystemen, Infotainment- und Konnektivitätsprodukten sowie Karosserieelektronik. Die Übernahme betrifft etwa 4.800 Mitarbeiter, darunter 1.000 Ingenieure, Elektronikspezialisten und Designer aus sieben Forschungs- und Entwicklungszentren in Europa, Nordamerika und Asien. Der Geschäftsbereich verfügt über einen vielfältigen Kundenstamm, wobei 72 Prozent des Jahresumsatzes mit den Kunden BMW, Honda, Renault-Nissan, PSA Peugeot-Citroen und Ford erwirtschaftet werden.

Leuliette zufolge wird Visteon die Stärken der beiden Geschäftsbereiche gezielt nutzen und so einen neuen Weltmarktführer im Elektronikbereich etablieren. Als Unternehmen, das „an der Schnittstelle zwischen Unterhaltungselektronik und den vernetzten Fahrzeugen von heute und morgen ideal aufgestellt ist“, sei es zudem in der Lage, profitables Wachstum zu generieren. Visteon Electronics-Geschäftsführer Martin Thall erklärte, die Transaktion werde Visteon die Möglichkeit bieten, Automobilhersteller durch die größere globale Präsenz und den ausgedehnten Kundenstamm fortan noch besser zu versorgen. Zudem werde man das Wachstum weiter beschleunigen und Expansionsziele künftig schneller erreichen können.

„Die Zusammenlegung der Geschäftsbereiche wird zu Markt- und Technologieführerschaft bei wichtigen Technologien im Bereich der Cockpit electronics führen und uns zudem die Möglichkeit bieten, neue Produktreihen schnell einführen und weiter ausbauen zu können“, so Thall. „Aufgrund der Größe und Tragweite unserer integrierten Forschung, Entwicklung und Konstruktion wird Visteon seine Stellung als bevorzugter globaler Innovationspartner für Automobilhersteller, die auf kurze Entwicklungszyklen und eine schnelle Markteinführung bestehen, weiter festigen können.“

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