Murata begegnet der „Fehlerquelle Ionenwanderung“ mit wasserabweisenden Kondensatoren

Die sogenannte „Ionenwanderung“, bei der die negativ geladenen Anionen in einem elektrischen Feld zur positiv geladenen Anode wandern, während die positiven Kationen von der Kathode angezogen werden, ist eine häufige Ursache für Fehler in Elektronik-Bauteilen. Mit zwei neuen wasserabweisenden Kondensatoren will der japanische Elektronik-Spezialist Murata diese Fehlerquelle nun ausmerzen.

Kondensatoren von Murata

Kondensatoren von Murata

Die Ionenwanderung tritt dann auf, wenn Spannung an einen Kondensator angelegt wird und gleichzeitig (zumeist kondensationsbedingte) Feuchtigkeit zwischen den Elektroden vorhanden ist. Unter diesen Umständen kommt es zu einer Ionisation des Anodenmaterials. Dieses Phänomen kann zu Funktionsbeeinträchtigungen und Verunreinigungen führen, die irreversibel sind, auch wenn der Kondensator anschließend wieder trocknet. Im schlimmsten Fall kann diese „Elektromigration“ sogar Kurzschlüsse verursachen.

Die von Murata bereits 2015 angekündigten wasserabweisenden Kondensatoren der Serien „GGM“ und „GGD“ wurden gemäß Vorgabe eines Automobilherstellers entwickelt. Ziel war die effektive Unterdrückung der Ionenwanderung, die bei elektronischen Bauelementen auch im Automotive-Bereich zu einem Problem wird.

Basierend auf der Erforschung von Beschichtungen, die für Kondensatoren geeignet sind, hat das Unternehmen mit der Entwicklung der beiden Serien reagiert. Das Beschichtungsmittel, das Murata bei seinen Produkten einsetzt, soll auf der einen Seite sehr wasserabweisend sein und auf der anderen Seite weitere wünschenswerte Eigenschaften mitbringen, indem es beispielsweise sehr haltbar sein und die Lötbarkeit nicht beeinträchtigen soll.

Die nunmehr fertiggestellten Serien GGM und GGD sollen somit die Ionenwanderung sehr wirksam unterdrücken, als Kondensatoren aber gleichzeitig sämtliche Fähigkeiten und die einfache Anwendung ihrer Vorgänger beibehalten.

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