Die Technik des BMW M3 DTM 2013

Das technische Reglement der DTM lässt Weiterentwicklungen der Rennwagen nur in einem sehr engen Rahmen zu. Zahlreiche Einheitsteile sollen die Kosten drücken und Chancengleichheit – und somit spannenden Sport – gewährleisten. Dazu gehören etwa das CFK-Monocoque, Hankook-Reifen in zwei Mischungen, die Einheitsbremsanlage von AP oder das einheitliche Motormanagement von Bosch.

Im BMW M3 DTM für die Saison 2013 sind mehr als 50 der insgesamt 5.000 Teile Einheitskomponenten, die in allen DTM-Fahrzeugen der Generation 2013 zum Einsatz kommen.

BMW M3 DTM 2013 Timo Glock

2013 fährt Ex-Formel 1-Pilot Timo Glock DTM

Dabei darf der BMW M3 DTM von 2012 als perfekte Basis gelten: so gewann der M3 DTM in seiner ersten Saison auf Anhieb das Championat. BMW DTM-Chefingenieur Chris Dyer über die Premierensaison: „Der BMW M3 DTM war 2012 in allen Bereichen stark. Vor allem im Rennen hat das Auto einen guten Eindruck hinterlassen, vielleicht haben wir im Qualifying noch ein paar Reserven. Das hat die Weiterentwicklung nicht einfach gemacht,  da wir keinen offensichtlichen Schwachpunkt hatten, auf den wir uns konzentrieren  konnten. Unser Ziel lautete deshalb, aus jedem einzelnen Bereich noch das letzte  Quäntchen mehr an Performance heraus zu kitzeln – und das Fahrzeug gleichzeitig noch robuster zu machen, um auf Zweikämpfe vorbereitet zu sein.“

Angesprochen auf die engen Grenzen des Reglements ergänzt Dyer: „Da wir bei der Aerodynamik in der Weiterentwicklung eingeschränkt sind, konzentrieren 32 wir uns eher auf andere Bereiche. Vor allem durch die Optimierung des Setups unserer BMW M3 DTM können wir den größten Unterschied machen. Dabei spielen die Renningenieure der einzelnen Teams und die Fahrer eine entscheidende Rolle.“

Der Motor des BMW M3 DTM 2013

BMW M3 DTM 2013

Der BMW M3 DTM 2013

Der BMW P66 Motor besteht aus knapp 800 verschiedene Komponenten. Insgesamt entspricht das ca. 3.900 Einzelteilen. Beim Design des DTM-Antriebs machte sich BMW Motorsport das technologische Know-how der BMW Group gleich in vielerlei Hinsicht zu Nutze. Die an das BMW Werk Landshut angeschlossene High-Tech-Gießerei steuerte die großen Gussteile wie Zylinderkopf und Kurbelgehäuse bei. Die Bearbeitung der Gussteile, ihre Beschichtung sowie die nötige Wärmebehandlung erfolgten bei den entsprechenden Fachabteilungen in München. Der V8 bringt es mit Luftmengenbegrenzer auf circa 480 PS. Er muss Sprinter und Dauerläufer zugleich sein. Jedem BMW Team mit jeweils zwei Autos stehen lediglich drei Motoren für die gesamte Saison zur Verfügung. Die Kraftübertragung erfolgt über ein sequenzielles Sechs-Gang-Sportgetriebe mit pneumatischer Betätigung via Schaltwippen am Lenkrad. Es verfügt über elf mögliche Vorgelege-Übersetzungen, mit denen die Ingenieure und Fahrer beim Set-up auf die jeweilige Strecke und die Motorencharakteristik reagieren können.

Das Sicherheitskonzept des BMW M3 DTM 2013

BMW M3 DTM 2013 Cockpit

Spartanisch: das Cockpit des BMW M3 DTM 2013

Im Zentrum des Sicherheitskonzepts, das die drei in der DTM engagierten Hersteller gemeinsam zur Saison 2012 eingeführt haben, steht das aus Kohlefaser gefertigte Monocoque. In Kombination mit einem Überrollkäfig aus hochfestem Stahl schützt es die Piloten im BMW M3 DTM und den weiteren DTM-Fahrzeugen wirkungsvoll vor den Folgen eines Unfalls. Insbesondere das Risiko für Verletzungen im Kopf- und Brustbereich konnte damit signifikant verringert werden. Neu ist seit 2012 auch die Gestaltung der Crashstrukturen, die ebenfalls aus Kohlefaser bestehen. Nicht nur vor und hinter der Fahrer-Sicherheitszelle verrichten die sechs so genannten „Crasher“ ihren Dienst. Erstmals kommen sie im Tourenwagensport auch an den Seitenwänden der Fahrzeuge zum Einsatz. Bei den Crashtests haben all diese Sicherheitsvorkehrungen ihre Effizienz eindrucksvoll bewiesen: Im Aufpralltest halten die Seitenwände des BMW M3 DTM einem Gewicht von 36 Tonnen stand. Der Fahrersitz ist in das Monocoque integriert. Hinzu kommen weitere Crash-Absorber im Cockpit, die den Kopf des Piloten  zusätzlich zum Helm effizient schützen. Der 120 Liter fassende Tank der DTM-Autos ist ein fester Bestandteil des Monocoques und vollständig von Kohlefaser umgeben. Die Gefahr, dass er bei einem Unfall beschädigt wird, aufreißt und sich der Kraftstoff entzündet, sinkt auf ein Minimum. Damit der Fahrer im Falle eines Unfalls schnell und einfach befreit werden kann, verfügt der BMW M3 DTM über großzügige Einstiegsöffnungen auf der Fahrerseite. Auch über die Beifahrerseite lässt sich der Pilot erreichen.

Die technischen Daten des BMW M3 DTM 2013

Chassis: CFK- Monocoque mit integrierter Tank und Stahlüberrollstruktur; CFK-Crashelemente seitlich; CFK- Crashelemente vorne und hinten
Länge/Breite/Höhe: 4.775 mm/1.950 mm/ca. 1.200 mm
Tankinhalt: 120 Liter
Basisgewicht (inkl. Fahrer): 1.100 kg
Motor: 90° V8-Saugmotor, 4 Ventile pro Zylinder, reglementbedingte Luftmengenbegrenzung auf 2 x 28,0mm
Hubraum: 4.000 ccm
Leistung: ca. 480 PS (mit Luftmengenbegrenzer per Reglement)
Max. Drehmoment: ca. 500 Nm
Motorsteuerung: Motorelektronik Bosch MS 5.1, ohne Sicherungen, zentrales Display
Getriebe: sequenzielles 6-Gang-Sportgetriebe, mit pneumatischer Betätigung über Schaltwippen am Lenkrad; 4-Scheiben-ZF Sachs-CFK-Kupplung; einstellbares Lamellen-Sperrdifferenzial
Vorderachse/Hinterachse: Doppelquerlenker-Achse mit Druckstreben und 6-fach verstellbaren Stoßdämpfern; H&R Schraubenfedern
Bremsen: hydraulische Zweikreisbremsanlage; Monoblock-Bremssättel aus Leichtmetall; innenbelüftete Kohlefaser-Bremsscheiben vorne und hinten; Bremskraftverteilung vom Fahrer stufenlos einstellbar;  elektromagnetisches Startventil
Räder: Schmiedefelgen aus Aluminium; 18″ x 12″ vorn, 18″ x 13″ hinten
Reifen: Hankook; vorne: 300-680-18, hinten: 320-710-18.

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