Autobahnfahrten ohne manuelle Eingriffe: ZF präsentiert teilautomatisierte Fahrfunktionen

In ihrem Zentrum für Fahrassistenzsysteme im französischen Brest präsentiert die ZF die neusten teilautomatisierten Fahrfunktionen. Kunden und Medienvertreter können dort zum Beispiel die Multi-Lane-Assistenzfunktion für Autobahnfahrten testen. Die Multi-Lane-Assistenzfunktion greift auf Umfeldsensoren sowie automatische Lenk-, Brems- und Beschleunigungsfunktionen zurück und hilft so, das Fahrzeug unter Kontrolle zu halten. Das System ist in der Lage, vom Fahrer initiierte Spurwechsel automatisch auszuführen und dabei die Spurart sowie Fahrzeuge auf benachbarten Fahrspuren zu erkennen.

ZF TRW HDA Multi Lane

ZF TRW HDA Multi Lane

„Indem wir die Fahrzeuge der nächsten Generation auf zunehmend vernetzte und intelligente Weise sehen, denken und handeln lassen, tragen wir dazu bei, die Mobilität der Zukunft neu zu definieren. Automatisierte Funktionen werden in den unterschiedlichsten Bereichen des Transportsektors zum Einsatz kommen“, erklärt Karl-Heinz Glander, Chief Engineering Manager im Bereich Automatisierte Fahrsysteme bei ZF. „Für Fahrzeuge im Autobahneinsatz bedeutet es einen entscheidenden Schritt nach vorne, wenn Multi-Lane-Funktionen wie der Überholassistent zu den bereits bestehenden Steuerungsfunktionen in Längs- und Querrichtung hinzukommen und die Sicherheit sowie den Komfort des Fahrers weiter verbessern.“

Die Kombination von Wahrnehmung, Entscheidung, Planung und Fahrzeugsteuerung unterstützt Fahrten auf der Autobahn ohne manuelle Eingriffe oder Fußbetätigung zwischen 0 und 130 km/h. Das schließt auch automatisierte Spurwechsel ein, die durch den Fahrer eingeleitet oder vom Fahrzeug vorgeschlagen und dann vom Fahrer bestätigt werden.

Das Demonstrationsfahrzeug ist mit den AC1000-Radar- und Kamerasystemen der nächsten Generation, einer elektrischen Lenkung mit Zahnstangenantrieb und der elektronischen Stabilitätskontrolle von ZF TRW ausgestattet. Es kombiniert automatisierte Steuerungsfunktionen in Längs- und Querrichtung mit den AC1000-Kurzstreckenradaren, die in den Fahrzeugecken installiert sind, und ermöglicht so beispielsweise die Überholfunktion.

Die automatisierte Längssteuerung hilft, das Fahrzeug bei einer bestimmten Geschwindigkeit beziehungsweise in einem sicheren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten, während die Quersteuerung das Fahrzeug mittig in der Spur hält. Taucht ein langsameres Fahrzeug vor dem Demonstrationsfahrzeug auf, erkennen die seitlichen Radare, ob es auf den angrenzenden Spuren ausreichend Platz für ein sicheres Überholmanöver gibt. Ist dies der Fall, empfiehlt das automatisierte Fahrsystem dem Fahrer über die Mensch-Maschine-Schnittstelle, das langsamere Fahrzeug zu überholen. Der Fahrer kann die Empfehlung annehmen, indem er den Blinker setzt. Die Quersteuerung und das Lenksystem des Fahrzeugs führen dann das Spurwechselmanöver aus. Der Fahrer kann das System jederzeit übersteuern.

„Die neue Spurwechselfunktion ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum automatisierten Fahren. Die 360-Grad-Sensorik ermöglicht dank Funktionen wie der Toter-Winkel-Assistent, die Kollisionsvermeidung und das automatisierte Parken darüber hinaus noch mehr Sicherheit und Komfort“, führt Glander fort. „Das System kann zudem mit fortschrittlichen Fahrzeugsteuerungssystemen kombiniert werden – etwa mit Active Kinematics Control (AKC) für lenkbare Hinterachsen und Continuous Damping Control (CDC) für mehr Komfort und Sicherheit dank aktivem Dämpfungssystem.“

[Quelle, Bild: ZF]

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