„First Lego League“: Brose unterstützt junge Technik-Talente

Nach wie vor haben Unternehmen in Deutschland massive Problem, ihren Bedarf nach qualifizierten Fachkräften zu decken. Laut einer aktuellen Studie entgehen allein dem deutschen Mittelstand deshalb fast 50 Milliarden Euro jedes Jahr, weil sie Aufträge nicht annehmen können. Um potenzielle Nachwuchskräfte schon früh anzusprechen, engagieren sich viele Unternehmen – sowohl Mittelständler als auch große Konzerne – bei Jugend-Wettbewerben. So wie Automobilzulieferer Brose.

Michael Stammberger, Leiter Aus- und Weiterbildung bei Brose, diskutiert bei der First Lego League in Würzburg mit Schülern des Deutschhaus-Gymnasiums die Raffinessen ihres Roboters.

Das Unternehmen aus Coburg engagierte sich als Ausrichter und Hauptsponsor eines entsprechenden Regionalwettbewerbs in Würzburg: Beim Roboter- und Forschungswettbewerb First Lego League (FLL) in der Würzburger Wolffskeel-Realschule haben mehr als 120 junge Leute zwischen zehn und 16 Jahren teilgenommen. In den vergangenen Wochen arbeiteten 14 Teams aus 13 Schulen der Region wie Wissenschaftler und Ingenieure in Projektteams zusammen. Mit ihren eigens entwickelten Robotern mussten sie am Wettkampftag verschiedene Aufgaben bewältigen. Zum dritten Mal fand das naturwissenschaftliche Bildungsprogramms in Würzburg statt.

„Die First Lego League kombiniert Spaß an Technik und Wissenschaft mit der spannenden Atmosphäre eines Sportevents“ erklärte Michael Stammberger, Leiter Aus- und Weiterbildung Brose Gruppe. „So können wir Kinder und Jugendliche für naturwissenschaftliche Fächer motivieren und sie frühzeitig für einen Ingenieur- oder IT-Beruf begeistern.“ Brose fördert den Regionalwettbewerb bereits von Beginn an. Am Standort Würzburg entwickelt und produziert der Mechatronik-Spezialist elektrische Motoren und Antriebe. „Unser Unternehmen bildet weltweit junge Menschen aus oder ermöglicht ihnen ein duales Studium. Mit dem Roboter- und Ideenwettbewerb können wir den Schülerinnen und Schüler auf spielerische Weise den Beruf des Mechatronikers, Ingenieurs oder Informatikers näher bringen“, so Stammberger.

Ein FLL-Team besteht aus drei bis zehn Mitgliedern. Mindestens zehn Wochen bereiteten sie sich mit ihrem erwachsenen Coach auf den Wettbewerb vor – überwiegend in ihrer Freizeit. „Wir haben ein dreiviertel Jahr an unserem Roboter gebaut“ schilderte der 14-jährige Paul vom Röntgen-Gymnasium Würzburg. Aus Sensoren, Motoren und Legosteinen konstruierten die Teilnehmer einen eigenständig agierenden Roboter. Dieser wurde so geplant, getestet und programmiert, dass er eigenständig in zweieinhalb Minuten möglichst viele der vorgegebenen fünfzehn Aufgaben löst. „Wichtig war uns, dass er stabil ist, gerade fährt und möglichst viel auf einmal erledigen kann“, erklärte Nikolai (16) vom Team RoboSun der Leopold-Sonnemann-Realschule Höchberg.

Hochkonzentriert testet das Team RoboSun der Leopold-Sonnemann-Realschule seinen Roboter.

Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs lautete „Animal Allies“ und beschäftigte sich mit den Beziehungen zwischen Mensch und Tier. Der Roboter musste auf dem Spieltisch Lego-Figuren bewegen, wie zum Beispiel einen Hai mitsamt Becken transportieren, Honig aus einem Bienenstock holen oder Pandas auswildern. „Die schwierigste Aufgabe in diesem Jahr ist für uns, das Futter für die Tiere zu verteilen“, erläuterte RoboSun-Mitglied Tobias. „Unser Roboter stößt dabei leider oft gegen Hindernisse“, stellte der Realschüler fest.

Im theoretischen Teil hatten die Teams einen Forschungsauftrag. Gemeinsam entwickelten sie innovative Ideen, wie das Zusammenleben zwischen Mensch und Lebewesen verbessert werden kann. Die Ergebnisse der Recherchearbeit präsentierten sie auf kreative Weise einer Jury.

Sieger des Regionalwettbewerbs in Würzburg wurde das Team X-Rays vom Röntgen-Gymnasium Würzburg. Gemeinsam mit den zweitplatzierten Robo-Knights von der Realschule Marktheidenfeld qualifizierten sie sich für den Landesentscheid am 18. Februar 2017 in Regensburg. Das Finale auf europäischer Ebene wird am 3. und 4. März 2017 ebenfalls in Regensburg ausgetragen.

Die X-Rays vom Würzburger Röntgen-Gymnasium sind Sieger des diesjährigen Regionalwettbewerbs der First Lego League.

Weltweit beteiligen sich mehr als 25.000 Teams in 80 Ländern an dem Bildungsprogramm. In Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei betreut der gemeinnützige Verein „Hands on Technology“ den Roboter- und Ideenwettbewerb. In diesen Ländern hatten sich mehr als 7.000 Schülerinnen und Schüler in 900 Teams für die „First Lego League“ angemeldet.

[Quelle, Bilder: Brose]

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