Continental liefert Luftfederung für vollelektrische Limousine

Continental hat erstmals ein Luftfedersystem für ein vollelektrisches Fahrzeug entwickelt. Im Frühjahr 2012 begann nach verkürzter Entwicklungszeit die Serienlieferung des Luftfedersystems an einen Hersteller von Elektrofahrzeugen.

Luftfederung von Continental

Das Continental-Luftfedersystem soll die hohen Anforderungen an elektrisches Fahren erfüllen, ohne dabei den Komfort, die Reichweite und den Fahrspaß zu vernachlässigen

Das Fahrzeug ist das erste reine Elektrofahrzeug mit einer Luftfederung von Continental. „Unser entwickeltes Luftfedersystem musste die hohen Anforderungen an elektrisches Fahren erfüllen, ohne dabei den Komfort, die Reichweite und den Fahrspaß zu vernachlässigen“, sagte Projektleiter Christian Hilgers aus dem Segment Suspension Systems Continental Division Chassis & Safety. Dementsprechend hoch gestalteten sich die Anforderungen an das Luftfedersystem: geringes Gewicht und geringer Energieverbrauch bei mindestens gleicher Funktionalität wie in anderen Projekten zusammen mit einem straffen Terminplan. Um allen Anforderungen gerecht zu werden, wurde zusammen mit dem Hersteller von vollelektrischen Fahrzeugen konsequent darauf geachtet, das beim Automobilzulieferer vorhandene Expertenwissen zu Luftfedersystemen zu nutzen. So wurde die von Continental entwickelte geschlossene Luftversorgung mit einem leistungsfähigen Kompressor zusammen mit einem Magnetventilblock verwendet.

„Die geschlossene Luftversorgung pumpt die Luft auf einem hohen Druckniveau in einem Kreislauf zwischen dem Speicher und den Luftfedern hin und her. Das erlaubt nahezu unbegrenzt viele aufeinander folgende und schnelle Niveauwechsel“, erklärte Christian Steinmann, Leiter des Segments Suspension Systems, den praktischen Nutzen dieses Systems. Veränderungen des Fahrzeugniveaus erfolgen entweder automatisch durch die Steuerelektronik in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit oder auf Knopfdruck durch den Fahrer.

Gemeinsam mit dem Hersteller wurden vom Projektstart an das Package des Fahrzeugs und das Luftfederkonzept aufeinander abgestimmt sowie die wesentlichen Bauteile und der Applikationsspielraum festgelegt. Für viele Funktionen des Luftfederkonzepts war der Nachweis bereits durch Vorgängerprojekte erbracht. Auf dieser Basis konnte ein Designkonzept sehr zeitnah erstellt werden. Für das Steuergerät, der Chassis Control Unit, wurden Software-Module aus der sogenannten Baseline, einer Datenbank mit bereits erprobten und freigegebenen Funktionalitäten, zusammengestellt. Die entsprechenden Kommunikations- und Diagnoseanteile wurden projektspezifisch entwickelt und die Softwarefunktionen appliziert. Ergebnis ist ein Gesamtsystem, welches leichter als Stahlfedern ist und so einen geringeren Energieverbrauch begünstigt. Die mögliche Absenkung des Fahrzeugs führt zudem zu einem geringeren Luftwiderstand und reduziert auf diese Weise auch noch einmal den Energieverbrauch.

Die Produktion der Komponenten für das elektronische Luftfedersystem für die vollelektrische Limousine findet am Standort Morganton, North Carolina/USA statt. Das System unterstreicht die Kompetenz von Continental, individuell auf den Fahrzeugtyp abgestimmte Luftfedersysteme auch innerhalb kurzer Projektrahmenbedingungen zu entwickeln und auf die internationalen Kundenbedürfnisse abgestimmte Systeme weltweit anzubieten. Mit den Möglichkeiten der Elektronik und innovativer Balgtechnologien werden Fahrwerke realisiert, die dem Fahrer ein Höchstmaß an Fahrsicherheit bei bestem Komfort und sportlichem Handling bieten.

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